Bergbesteigung

Auf dem Merapi kann man Nachts heiße Lava sehen und einen wundervollen Sonnenaufgang bei knapp 3.000m bestaunen. Bis dahin ist es aber ein langer Weg. Den Gipfel vor Augen und das Gepäck im Kreuz machten wir uns abends auf den Weg. Bereits nach einer Stunde machten wir schlapp. Ein Tabakfeld diente uns als Schlafstätte. Bei dem wunderschönen Panorama das uns durch die unter uns liegende Stadt, den gegenüberliegenden Berg und den wolkenlosen Nachthimmel bot, fiel es uns schwer einzuschlafen. Gegen 01.00 Uhr schellte unser Wecker und nach einer selbstgekochten Tomatensuppe machten wir uns dann auf den Weg. Die Rucksäcke sicher verstaut waren wir nur noch mit einer kleinen Taschenlampe bewaffnet. Den Batterien ging aber ziemlich schnell der Saft aus. So mussten wir uns im dunkeln durch den Wald laufen. Zum Teil auf allen “Vieren“ haben wir uns 2 Stunden lang immer bergaufwärts gekämpft. Fast oben angekommen sahen wir eine kleine Ameisenstrasse aus Lichterquellen. Wir hatten Nationalfeiertag und es machten sich 500 Indonesier auf den Weg nach oben. Die letzten 500 Höhenmeter verliefen über ein Geröllfeld und waren einfach nur noch scheiße. Nicht selten lockerten sich Steine und Felsbrocken und fielen nach unten. Ich fluchte nicht nur einmal. Die Hölle stellte ich mir lang nicht so schlimm vor. Völlig außer Puste und ganz entkräftet kamen wir oben an. Die heiße Lava konnten wir dann auch tatsächlich begutachten und mit 500 Einheimischen einen, wenn nicht gar den schönsten Sonnenaufgang in meinem Leben erleben.

 

                                   

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