Der rennende Indonesier
Wenn man auf die Insel Nias will muss man das Nachtboot nehmen. Die 12 Stunden Überfahrt war eigentlich kein Problem. Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch mit der Kata und Sina unterwegs. Zwei richtig nette Mädels. Stephan war schon etwas früher ins Bett gegangen und bald darauf folgten ihm auch Sina und Kata. Nach 5 Minuten waren sie aber wieder an Deck. Bettwanzen im Bett und einen Tausendfüßler auf dem Kopfkissen. Dieser wurde mit einem gekonnten Wurf aus der Koje befördert. Ob das Tier giftig war oder nicht war nicht ganz klar. Die Einheimischen töteten es jedoch mit allerhöchste Vorsicht. Ab diesem Zeitpunkt war an schlaf vorerst nicht zu denken. Auch Stephan stand sicherheitshalber lieber wieder auf.
Am nächsten morgen um 06.00 Uhr haben wir dann Nias planmäßig erreicht. Ich putzte mir gerade noch die Zähne als ca. 50 Indonesier 10 Touristen belagerten. Jeder wollte, dass man doch sein Guesthouse aufsuchen sollte oder seinen Bus benützen. Ich kam mir vor wie ein Superstar. Nach langem hin und her hatten wir das Gefühl einen guten Preis herausgehandelt zu haben. Den Zuschlag hat der Busfahrer bekommen als er uns Hoch und Heilig versprochen hatte keinen Stopp einzulegen. So lautete das Motto: One stopp, no money!
Als er fünf Minuten später bei seinem zu Hause anhielt um seiner Frau Bescheid zu geben meinte er nur: only one moment. Okay?
Er setzte sich in Richtung Haus in Bewegung und das war der Moment meines Lebens. Ich hab es tatsächlich erlebt. Ich sah einen Indonesier rennen.